WEEK 12
28.11.21
28
@
36
Lambeau Field
Green Bay,Wisconsin

Rams @ Packers: Revanche verpasst

Der Versuch wieder in die Spur zu kommen, ist gegen die Packers leider nicht aufgegangen. Eine Offense, die aktuell ohne Ideen daherkommt, eine Defense, die gerade nicht hart zubeißt und ein Special Team, welches speziell schlecht ist, haben ihren Tribut gezollt. Wie geht die Saison weiter?

Spielverlauf

Bei beiden Teams war am Anfang etwas Sand im Getriebe. Die Rams gewannen den Coin Toss und der erste, knapp über zweiminütige, Drive endete in einen Punt. Auch die Packers mussten im ersten Drive punten. Ihr Drive dauert aber direkt acht Minuten. Die Packers converteten 4th-and-1 in der eigenen Hälfte und zeigten damit, wo die Reise hingehen sollte. Der darauffolgende Drive der Rams war ein Spiegelbild der letzten Wochen. Bei einem Shotgun-Spielzug spürte QB Matthew Stafford den Druck von OLB Rashan Gary nicht und verlor den Ball: Fumble! Die Packers nahmen den Ball auf und erzielten kurz darauf einen Touchdown durch einen Lauf von QB Aaron Rodgers. Die Rams wollten daraufhin mit Punkten antworten, schafften aber bei 4th & 1 keinen First Down und die Packers schafften es, noch mal drei Punkte aufs Board zu bringen.
Am Anfang des zweiten Quarters erzielten die Rams ihre ersten Punkte. Bei drei Plays von der eigenen 19-Yard-Linie warf Stafford einen wunderschönen Pass zu WR Van Jefferson: Touchdown, aus 79 Yards! Die Packers antworteten daraufhin mit einem Fieldgoal. Im nachfolgenden Drive mussten die Rams punten, dieser wurde dann aber von WR Randall Cobb gemuffed und die Rams konnten den freien Ball aufnehmen. WR Cooper Kupp warf in einem Trickspielzug einen Pass in die Endzone zu Jefferson. Dieser war aber nach Review incomplete (ein Fuß knapp out of Bounds) und der Drive endete in einem Fieldgoal. Die Packers konnten daraufhin einen weiteren Touchdown erzielen. WR Randall Cobb baute die Führung aus.
Im dritten Quarter starteten die Packers mit ihrem Drive und schafften es in die Hälfte der Rams. Nach einem Penalty von OG Lucas Patrick mussten die Packers 22 Yards überbrücken. Die Defense der Rams konnten einen 28-Yard-Pass von QB Rodgers auf WR Marquez Valdes-Scantling nicht stoppen und der Drive der Packers blieb am Leben, um in einem Touchdown zum 27-17 zu enden. Die Rams antworteten mit einem Punt ohne Punkte und konnten Packers auch endlich mal zu einem Punt zwingen. Punt Returner J.J. Koski fumbelte aber den Puntreturn und die Packers erhöhten zum 30-17 durch ein Fieldgoal. Die Konzentration der Rams Offense war dann hinüber und QB Stafford warf einen Pick Six durch CB Rasul Douglas, schon der dritte in drei aufeinanderfolgenden Spielen. Die Rams konterten im nächsten Drive durch einen schönen Pass auf WR Odell Beckham Junior für einen 54-Yard-Touchdown.
Das vierte Quarter war durch Punts geprägt, bis die Packers ein Fieldgoal vergaben und die Rams ein Fieldgoal erzielten. Der Rückstand war so aber nicht aufzuholen und die Touchdowns im vierten Quarter blieben aus. Endstand 36-28 aus Sicht der Packers.

Was lief gut?

Auch wenn es eher Gründe zur Sorge oder Ärger gibt, Lichtblicke finden sich dennoch. Zu allererst ist WR Odell Beckham Junior zu nennen. Es ist zu sehen, das er noch damit beschäftigt ist, das Playbook der Rams zu lernen. Er konnte nur fünf von zehn Pässen von QB Matthew Stafford für 81 Yards eintüten, aber er fing eine Bombe von Stafford für einen 54-Yard-TD. Auch OLB Von Miller hat sich schon etwas in LA eingelebt. Er hatte einige wichtige Stopps und Pressures gegen die Green Bay Offense, auf der man aufbauen kann.
WR Van Jefferson zeigt weiterhin seine Evolution hin zum kompletten Receiver. Auch er mausert sich langsam zu einem wichtigen Spieler, hatte er doch drei Receptions für 93 Yards. Das Highlight war ein 79-Yard Touchdown-Pass wobei er die Konzentration behielt und nach einem Kontakt fast stolperte, dies jedoch abfedern konnte.
Auch RB Sony Michel ist hier zu nennen da er bei vier Kickoffs 90 Yard (22.5 Yards im Duchschnitt) erlief und damit einer der besten Special Teams Player war.
Auch die Defense war im Grunde nicht nur schlecht. Die Rams hielten die Packers im Run Game bei nur 2.9 Yards per Carry. Die Offense hat es mit ihren Fehlern der Defense nicht einfach gemacht. Bei fast 40 Minuten auf dem Feld baut eine Defense irgendwann ab. Punter Jonny Hekker hatte auch nicht seinen besten Tag und brachte die Packers Offense unter anderem auch in eine gute Feldpostionen.

Was lief schlecht?

Die Offense scheint aktuell „out of sync“ zu sein. Die Offensive Line hat wieder etwas abgebaut. QB Matthew Stafford bekam 14 Pressures, 12 Hurries und wurde zwei mal gesacked inklusive einem Fumble. Natürlich gab es auch dort Lichtblicke, insbesondere die zwei Touchdownpässe über 79 und 54 Yards. Aber hier ist Luft nach oben. Auch das Run Blocking war nicht das Beste. RB Darrell Henderson und Sony Michel hatten keine wirklich guten Löcher, die sie nutzen konnten. Vor allem Darrell Henderson ist aktuell nicht gut, wenn es darum geht, Yards after Contact zu generieren.

QB Matthew Stafford zeigt aktuell nicht die Leistung, für die wir ihn aus Detroit geholt haben. Dies hat aber auch etwas mit McVays Offense-Scheme zu tun, ist doch aktuell alles auf Big Plays ausgelegt, für die Stafford den Ball lange halten muss. Mit den Fehlern der Offensive Line gibt das selbstverständlich kein gutes Gesamtbild. Natürlich hatte auch Stafford in diesem Spiel gute Plays, die Errors führen aber allesamt zu schlechten Ausgangslagen. Dazu kommen Drops der Receiver, teilweise auch durch schlecht geworfenen Pässe in den Rücken oder zu weit vorgelegt. Das ungünstige Spielsystem der Offense gepaart mit dem Scheme der Defense „underneath“ viel zuzulassen passt nicht und führt im Gesamten zu Niederlagen gegen gute bzw. sehr gute Teams. Aber trotz des Ergebnisses war nicht alles nur schlecht in der Defense, wie schon oben ausgeführt. Die DL war für das Talent, das die Rams in ihren Reihen haben, nicht gut genug. Die Packers haben in der Offensive Line Verletzungsprobleme und die Rams Defensive Line schaffte nur ein Sack und wenige Pressures. QB Aaron Rodgers konnte schalten und walten, wie er wollte. Auch die Special Teams Unit konnte in der Bye-Week nicht viele bekannte Probleme lösen. Abstimmungsprobleme und dauernd wechselnde Puntreturner sind nicht gesund für das Gesamtumfeld. Dadurch passieren Fehler und schlechte Starts für die Offense oder sogar Ballverluste.

Man of the Match

Beim Thema Special Teams bleiben wir und küren diese Woche K Matt Gay als „Man of the Match“. Auf der einen Seite schon verwunderlich, aber auf der anderen Seite auch verdient. Gay ist im Special Teams, unter anderem natürlich weiterhin mit Punter Jonny Hekker, der beste, aber vor allem der konstanteste Spieler in dieser Unit.

Fazit und Ausblick

Als Fazit kann man sagen das die Rams aktuell nicht playoffwürdig spielen. Es passieren zu viele Fehler an allen Fronten und diese müssen schnellstmöglich abgestellt werden. Es ist eine weitere Prüfung für Coach und „Offense-Guru“ Sean McVay, das zu schaffen. Wenn es eine Trendumkehr gibt, steht den Rams alles offen. Dafür ist der Kader und sind die Coaches gut genug. Im nächsten Spiel (gegen die Jaguars) wird es hoffentlich ein Comeback geben. Das Spiel kommt zur rechten Zeit, um eine Wende einzuläuten und andere Strategien in der Offense und in der Defense umzusetzen. Denn bei einem Thema sind sicherlich alle einig: Der Superbowl im eigenen Stadion soll erreicht und gewonnen werden.