WEEK 3
26.09.21
24
@
34
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

Tampa Bay Buccaneers @ Los Angeles Rams Review

Woche Drei ist rum und die Rams stehen bei 3-0 Siegen. Gewonnen wurde gegen den amtierenden Superbowl-Champion Tampa Bay Buccaneers mit 34-24. Die Kurzfassung: Das Spiel war fulminant und macht Lust auf die kommenden Wochen.
Es war vor dem Kickoff offen und die Ergebnis-Tipps der Experten waren gerecht geteilt. Viele waren für die Buccaneers, aber auch viele für die Rams. Entschieden wurde es auf dem Platz. Und da sah man ein Team, welches in jeder Form gewinnen wollte. Der Zuschauer hatte nie das Gefühl, dass das Spiel den Rams aus den Händen gleitet. Aber gehen wir ins Detail.

Spielverlauf

Erste Halbzeit: Das erste Quarter war auf beiden Seiten sehr „sloppy“. Man merkte, dass die Teams nicht wirklich auf dem Platz waren oder enormen Respekt vor dem Gegner zeigten. Irgendetwas war anders. Die Tampa Bay Buccaneers erhielten zuerst den Ball. Somit blieb der Anfang der zweiten Halbzeit den Rams. Als Veranschaulichung die ersten beiden Drives der Buccaneers und Rams: Erster Spielzug der Buccanners war ein Run durch die Mitte von RB Leonard Fournette für nur ein Yard. Danach Shotgun-Formation für QB Tom Brady und ein Pass auf WR Cameron Brate für acht Yards. Anschließend gab es eine Strafe für die Buccaneers nach einen False Start von OT Josh Wells. Also ging es fünf Yards zurück. Folgend warf QB Tom Brady einen incomplete Pass auf WR Tyler Johnson. Punt von der eigenen 38-Yard-Linie. Der Drive der Rams sah nicht anders aus. Erster Versuch war ein Passspielzug von QB Matthew Stafford zu WR Cooper Kupp der incomplete war. Im zweiten Versuch war es ein Laufspiel von RB Jake Funk für sechs Yards. Anschließend ein incomplete Pass zu WR Van Jefferson, worauf ein Punt folgte. Dieses Hin und Her etablierte sich, bis die Rams am Ende des ersten Quarters mit einem Touchdown von TE Tyler Higbee in Führung gingen. Voraus gegangen war ein schöner Pass auf Cooper Kupp für 22 Yards. Im zweiten Quarter hatte man sich etwas gefunden und das Spiel begann, mehr nach dem angekündigten Duell zweier Teams ohne Niederlage auszusehen. Abwechselnd arbeiteten sich die Mannschaften langsam vor und nahmen viel Zeit von der Uhr. Die Buccaneers benötigten 8:19 Minuten für 81 Yards. Sie zeigten ausgeglichen sowohl Lauf- als auch Passspielzüge, welche in einem Touchdown von WR Chris Godwin zum Ausgleich mündeten. Ein Big Play gab es von TE Rob Gronkowski für 26 Yards. Darauf hin packten die Rams zwei tiefe Pässe auf Van Jefferson und Kupp oben drauf und erhöhten mit einem Pass zur kurzen Out-Route bei 1st and Goal zum freistehenden Cooper Kupp auf 14:7. Der letzte Versuch der Buccaneers endete in einem langen Field Goal Versuch von K Ryan Succop, der aber nach rechts verzog.

Zweite Halbzeit: Das Spiel wurde immer ansehnlicher, die Rams waren im Flow und Matt Stafford in seinem Element. Die Rams versuchten einen Laufspielzug ohne Raumgewinn und ließen danach den Dirigenten dirigieren. Es folgte Passspielzug auf Passspielzug. Das größte Big Play in dieser Hälfte gab es dann auch direkt im Drive nach dem Kickoff zu den Rams: Einen 3rd and 10-Touchdown-Pass von Stafford auf WR DeSean Jackson über 75 Yards, den die Buccaneers darauf aber direkt erwiderten. Das Spiel nahm Fahrt auf, auch weil die Buccaneers entschieden, nahezu nur noch zu passen. Den Touchdown erzielte Tom Brady selbst, 21:14 war der Spielstand. Die Rams jedoch ruhten sich nicht aus und konterten erneut mit einem Touchdown-Drive. Wieder war vom Laufspiel nichts zu sehen. Matthew Stafford und das Team waren „on fire“ und erneut gab es einen 40-Yard-Pass zu DeSean Jackson, der auch sichtlich seinen Spaß hatte. Die Punkte erzielte daraufhin Cooper Kupp, der sich, dieses Mal rechts im Slot spielend, nach einem kurzen Pass auf die 5-Yard-Linie noch bis zum Pylon durchtankte. Danach konnten sich die Defenses etwas mehr auf das Passspiel einstellen und die Touchdownserie beider Teams war gebrochen. Es folgte ein Punt der Buccaneers und danach drei Fieldgoals, davon zwei von Rams-Kicker Matt Gay. Stand nach dem dritten Quarter: 34:17 für die Gastgeber. Zu Beginn des vierten Quarter mussten die Buccaneers den vierten Versuch ausspielen, das Resultat war aber ein Turnover on Downs. Die Rams mussten im darauffolgenden Drive punten und die Buccaneers kamen mit einem Touchdown auf 24:34 ran an die Rams, markierten aber damit den Endstand.

Was lief gut?

QB Matthew Stafford hatte sehr viel Spaß und einen sehr guten Tag. 27 von 38 Passversuchen kamen an, dazu rundeten vier Touchdowns und keine Interception das Bild ab. Ein QB-Rating von 134 ist wieder auf einem sehr hohen Niveau. Generell war die gesamte Offense sehr gut eingestellt. Über WR Cooper Kupp braucht man nicht viel zu sagen. Neun mal bekam er den Pass von Matthew Stafford gefangen und schaffte 96 Yards und zwei Touchdowns. WR DeSean Jackson ist endlich der Deep-Threat-Receiver, als den man ihn aus Philadelphia kennt: Er hatte nur drei Receptions - die allerdings für 120 Yards und einen Touchdown. Die Offensive Line hat gut gespielt und schützte Stafford vor dem starken Pass Rush der Buccaneers. Die Defender kamen kaum durch und Stafford hatte fast immer genug Zeit. Auch kann man sich auf der Runningback-Position auf Sony Michel verlassen. Er erlief im Durchschnitt zwar „nur“ 3.4 Yards, kann aber auch im Passspiel eingesetzt werden und hilft beim Blocking.
Auf der anderen Seite des Balles war die Defensive Line on fire und konnten QB Tom Brady tatsächlich gut unter Druck setzen. Das ist das einzige Mittel, um TB12 um den Sieg zu bringen. Er hatte Situationen, in denen er dem Pass Rush ausweichen und sogar selber laufen musste. Das sieht man von ihm sehr, sehr selten. DT Aaron Donald muss man hier besonders hervorheben. Er hatte am Ende einen Strip Sack, welcher jedoch leider von RB Giovani Bernard recovered wurde. Auch ILB Kenny Young hatte einen hervorragenden Tag. Nachdem er im letzten Spiel negativ auffiel und vom Platz gestellt wurde, war er diesmal sehr konzentriert. Er war überall auf dem Feld unterwegs, präsent und hatte zehn Tackles (zwei Assists), davon einen Sack und drei Tackles for Loss. Auch die Run Defense war diesmal gut und brachte auch die Buccaneers dazu, mehr zu passen. Gut, dass die Rams mit CB Jalen Ramsey den besten Cornerback der Liga haben. Er macht alleine das Backfield der Rams so viel besser. Auch wenn andere natürlich schwächer sind und die Buccaneers teilweise über das Feld marschierten, hatte man nie das Gefühl, dass die Defense komplett bricht.
K Matt Gay bleibt Mr. Automatic und verwandelt seine Chancen sehr souverän.

Was lief schlecht?

Die ersten Drives waren etwas „sloppy“, dies ist aber, nach diesem Sieg, Meckern auf hohem Niveau. Auch dass die Rams kaum Run Plays callten, kann man verschmerzen, wenn das Passing Game mit Stafford so gut funktioniert.
In der Defensive kann man sagen, dass die Rams über die Luft wieder etwas zu viel Raumgewinn zuließen. Aber auch hier hat man das Gefühl das die Rams trotzdem immer das Spiel unter Kontrolle behalten konnten. Jedoch sollte DC Raheem Morris aufpassen, dass dies nicht kippt. Da die Buccaneers nach kurzen Pässen einiges an Raumgewinn verzeichnen konnten muss man das Tackling ansprechen. Hier wäre ein sichereres Tackling besser und daran sollte man arbeiten.

Man of the Match

Eigentlich könnte man hier die komplette Rams-Offense nennen. Aber wir bleiben bei QB Matthew Stafford, der beweist, warum der Trade gegen Jared Goff für die Rams Gold wert war.

Play of the Game

Fazit

Ein Spiel, auf dem man aufbauen kann. Wir sehen eine Mannschaft, in der Wille und Teamgeist Hand in Hand gehen. Das sah man auch beim Jubel von HC Sean McVay, als die Halbzeitpause begann. Das Team steht für einander ein und freut sich bei jedem Big Play. Offense und Defense ergänzen sich, aber es gibt auch noch Dinge an denen man arbeiten kann. Wir sind auch erst bei Woche drei und jede Mannschaft wird, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, noch besser. Als nächstes geht es gegen die 3-0 Arizona Cardinals zum Divisions-Duell.