WEEK 9
07.11.21
28
@
16
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

Titans @ Rams: Stafford wentzt die Titans zum Sieg

Das Spiel fing eigentlich schon passend an, die Titans hatten kein Interesse an irgendwas, das LA vorhatte und haben stattdessen richtig durchgezogen und ausgeteilt. Während Michael Buffer eigentlich noch ein Pregame Intro einsprach und die Menge mit seinem legendären "Let's get ready to ruuummmmbbblllleeeee" einstimmen wollte, kickten die Titans bereits off. Sie wollten Druck auf die Rams machen und das blieb auch das gesamte Spiel so.
Druck ist das primäre Stichwort, unter dem stand Matthew Stafford den gesamten Tag, er wurde 5 mal gesacked und die sonst eigentlich sehr starke O-Line ließ Sonntagnacht insgesamt 15 Pressures zu. All dieser Druck führte zu insgesamt 2 Interceptions von Stafford, eine davon ein Pick aus der eigenen Endzone, der stark nach dem von Carson Wentz in Woche 8 aussah. Daher auch der Titel.

Spielverlauf

Der erste Drive der Rams begann so, wie das ganze Spiel weiterging: Nachdem die Rams Offense bis etwa zur Mittellinie voranrückte, wurde Stafford back to back gesacked und bei dritter und Parkplatz ein unispirierter HB Draw gecallt. Dieser konnte natürlich nicht converted werden und die Rams punteten daraufhin. Die Defense konnte die Titans allerdings stoppen, Jalen Ramsey fing Ryan Tannehills Pass auf AJ Brown aus der Luft. Die Rams konnten immerhin ein Field Goal aus der Interception machen und übernahmen das erste und einzige mal während des gesamten Spiels die Führung.
Die Titans wurden bei ihrem nächsten Drive zum Punten gezwungen, LA ging aber ebenfalls nicht weit und eine Incompletion bei 3rd Down durch Pressure beendete den Drive. Kurze Zeit später, zu Beginn des zweiten Viertels, passierte allerdings das eingangs beschriebene Desaster: Stafford versuchte, sowohl aus der eigenen Endzone als auch aus einem beginnenden Sack durch Titans DE Jeffery Simmons hinauszuwerfen, um einem Safety zu entgehen. Leider konnte Coverage-Linebacker David Long jr. das Brot aus der Luft greifen, er musste sich dabei aber auch nicht besonders bemühen, der Ball kam perfekt auf den Mann. Tennessee nutzte die sich bietende Gelegenheit von der 2 Yard Linie auch prompt für einen Touchdown und PAT, um den Spielstand auf 7-3 zu ändern.
Und im nächsten Rams Wurf passierte es auch schon wieder, Kevin Byard konnte die Route undercutten und trug die Interception bis in die Endzone für einen Pick Six.
Die Rams konnten bis zu ihrer letzten Possession nur noch zwei Field Goals aufs Soreboard bringen, während für die Titans Ryan Tannehill und Adrian Peterson einen Rushing-TD erzielen konnten.
Die Rams brachten 24 Sekunden vor Schluss jedoch das Spiel nochmal auf einen Score heran, als Stafford Sony Michel in der Endzone fand. Mit 28-16 waren die Rams also theoretisch noch im Spiel, doch der Onside Kick gelang nicht und die Titans konnten die Victory Formation einnehmen.

Was gut lief

Cooper Kupp hatte zwar einen für seine Verhältnisse ruhigen Tag, aber dieser "ruhige Tag" belief sich immer noch auf 11 Catches für 95 Yards, der Receiving Record ist weiterhin erreichbar. Über 1000 Yards in 9 Spielen stehen für ihn insgesamt zu Buche.
Im frühen Spiel wurde Darrell Henderson noch deutlich mehr eingesetzt als hinten heraus und dort sah er auch noch sehr gut aus und konnte mehrere 5-7 Yard Läufe verbuchen.
Der Rest der O-Line war absolut ungut, einzig Veteran-Tackle Andrew Witworth konnte in der Pass Protection seiner Aufgabe gerecht werden. Und die Defense kann, trotz der enormen Zeit, die sie auf dem Feld stehen mussten, sich eigentlich keine Schuld an dieser Niederlage geben. Besonders die Run Defense war Bockstark und hielt die Titans zu 2,6 Yards pro Carry. Das lag aber auch daran, dass mit Henry der Stamm-RB der Titans verletzt ausfiel.

Was schlecht lief

Was lief eigentlich nicht schlecht?
Die O-Line lief wie oben erwähnt absolut gar nicht rund. Und zwar so unrund, dass die Titans bei allen ihren 5 Sacks nur 4 Mann gerushed haben. Nebenbei hat Center Brian Allen auch noch einen Snap viel zu hoch geworfen. Die meiste Kritik hat neben der Line aber auch Sean McVays Playcalling verdient: bei insgesamt 6 Situationen mit 2 oder weniger Yards zu gehen wurde 4 mal gepasst und von 6 Redzone Spielzügen waren sogar alle 6 Pässe. Viele Fans sind mit diesem Spielstil (besonders wenn die OL so einen gebrauchten Tag erwischt) unzufrieden. Und das Ergebnis gibt ihnen dieses Mal ganz deutlich recht.

Fazit

Wieder heißt es: Mund abputzen, weitermachen. Für mehr lässt die Situation in der NFC West keine Atemluft, die Cardinals haben trotz vielen Verletzungen gegen San Francisco gewonnen und führen weiterhin die Division an.
Gegen genau diese 49ers geht es für die Rams am nächsten Montag ran. Wenn die O-Line wieder zu ihrer bisherigen Leistung zurückfindet sollte dies durchaus ein machbares Spiel sein.