WILD CARD
17.01.22
11
@
34
Sofi Stadium
Los Angeles,Californien

Wildcard Cardinals @ Rams: Round One Win

Einleitung

WAS-FÜR-EIN-SPIEL. So haben es sich die Fans gewünscht. Unsere Rams haben sowohl in der Offense als auch in der Defense direkt klar gemacht, wie es zu laufen hat. Auf beiden Seiten des Balles war eine sehr positive Stimmung vorhanden und das hat man als Fan auch gemerkt. Die komplette erste Hälfte war es all Rams. In der zweiten Halbzeit hat das Team auf Prevent umgestellt und erst dann kamen auch die Punkte der Cardinals. HC Kliff Kingsbury und DC Vance Joseph hatten keine Antworten auf das explosive Rams Team. Sie wurden knallhart „ausgecoacht“. Wenn man den Schwung in die nächsten Spiele mitnimmt, ist das Team um HC Sean McVay fast unschlagbar.

Spielverlauf

Erstes Quarter:
Die Rams gewannen den Coin Toss und lehnten den anfänglichen Ballbesitz in der ersten Halbzeit ab. Das Team setzte in der Defense direkt den Standard, das Spiel gewinnen zu wollen. Nach einem kurzen Lauf- und einem Passspielzug hieß es für die Cardinals "Three and out!" Im ersten Drive für LA durfte RB Sony Michel den Ball übernehmen, und ging direkt mal für 35 Yards. LT Andrew Whitworth verletzte sich bei diesem Play etwas am Knie, kam kurze Zeit später aber wieder auf das Feld. Nach einem weiteren fünf Yard Pass, einem fünf Yard Run, einem Laufspielzug ohne Raumgewinn und einem Sack mussten aber auch die Rams punten. P Jonny Hekker schoss das Ei an die Cardinals Neun-Yard-Linie. So nah an der eigenen Endzone startend und ordentlich unter Druck gesetzt, schaffte Arizona keinen Raumgewinn. Ein Punt nach einem erneuten three and out war die Folge. Im zweiten Drive der Rams war etwas mehr Leben drin. QB Matthew Stafford fand WR Odell Beckham Jr. für einen 17 Yard-Pass. Nach zwei positiven Laufspielzügen von RB Cam Akers holten sich die Rams einen first Down mit einem Ein-Yard-Sneak des Quarterbacks. Nach einer Holding-Strafe und einem first and twenty connecte QB Matthew Stafford mit TE Tyler Higbee für einen 22-Yard-Gain. Den Drive endeten die Rams mit dem ersten Touchdown des Spiels durch WR Odell Beckham Junior, der nebenbei in dem Spiel enormen Impact hatte. Er scheint in den Playoffs nochmal eine Schippe drauf legen zu wollen. Im nächsten Drive zeigten die Cards einen misslungenen Trickspielzug, da der eigentlich überraschende Querpass auf die andere Spielfeldseite illegalerweise vorwärts ging. Auch dieser Drive endete in einen three and out und HC Sean McVay blieb dem Lauf treu. RB Cam Akers überbrückte 2nd and 11 mit einem 15 Yard-Run. Daraufhin endete das erste Quarter mit einem Pass auf TE Tyler Higbee.

Zweites Quarter:
Durch einen Pass auf WR Odell Beckham Jr. standen die Rams bei first and goal. Die Offense der Rams versuchte mit einem Run von RB Cam Akers und zwei QB Sneaks in die Endzone zu gelangen, wurden aber als short gespottet. Eine Challenge von HC Sean McVay nach dem Sneak schickte die Referees an die TV-Geräte. Der Rams-Coach benutzt die rote Flagge eigentlich nur, wenn er sich bombensicher ist, und auch hier war es der Fall: Die Rams bauten die Führung aus: 14-0. Die Defense aus LA konnte nicht gestoppt werden und die Cardinals erzielten, beeinflusst von einem nicht angekommenen Pass und einem Sack von DT Aaron Donald nur ein weiteres Three and out. Die Offense der Rams versuchte Raumgewinn durch einen Run und einen Pass zu erzielen, scheiterten aber beim dritten Versuch und musste ihrerseits punten. Der nächste Drive der Cardinals startete an der eigenen 1-Yard-Linie. QB Kyler Murray übergab den Ball im ersten Versuch an RB James Connor der drei Yards gut machen konnte. Der Pass danach ging auf WR AJ Green für 22 Yards. Zunächst wurde der Ball als gefangen gewertet. HC Sean McVay schmiss jedoch die Challenge-Flagge und die Entscheidung wurde nach Anschauen der Fernsehbilder auf incomplete geändert. Somit standen die Cardinals beim dritten Versuch an der eigenen vier Yard Linie. Nach dem Snap setzte der oft kritisierte LB Troy Reeder Kyler Murray in dessen Endzone unter Druck und war kurz davor, einen Safety zu erzielen, als der Cardinals-Spielmacher im Fallen eine verzweifelte Bogenlampe in Richtung Line of Scrimmage trudeln ließ. David Long Jr. war auf Zack, schnappte sich den Ball knapp über der Grasnarbe und trug ihn die paar Schritte zurück in die Endzone: 21-0. Im Drive nach dem Touchdown fand nach insgesamt 35 Yards Raumgewinn erneut fast eine Interception durch David Long Jr statt. Der Verteidiger versuchte, einen Pass zu RB James Conner abzufangen. Der Ball landete aber direkt wieder in den Händen des Runningbacks. Die richtige Interception gab es in diesem Drive erst später durch einen getippten Pass von QB Kyler Murray auf RB James Connor. DT Marquise Copeland war der Nutznießer auf Seiten der Defense, und bewies starke Ball Awareness. Der Drive nach der Interception konnte jedoch nicht mit Punkten gekrönt werden. Nach einer Holding Penalty von OT Andrew Whitworth und einem Tackle For Loss gegen Akers mussten die Rams punten. Die nächsten beiden Drives, jeweils durch die Cards und den Rams, endete in Punts und somit wurde auch das zweite Quarter beendet und es ging zur Halbzeit.

Drittes Quarter:
Die Rams starteten in der zweiten Halbzeit mit dem Ballbesitz und packten nach zwei Runs von RB Cam Akers und einen Pass auf TE Tyler Higbee ein Trick Play aus. Ein Toss von QB Matthew Stafford auf WR Odell Beckham Jr. wurde zum Pass auf RB Cam Akers für einen Raumgewinn von 40 Yards. Den Drive konnten die Rams mit einem Touchdown durch WR Cooper Kupp krönen. Mit vier Scores Rückstand mussten die Cardinals was auf den Platz bringen und der nächste Drive sollte aus ihrer Sicht endlich etwas werden. Mit 14 Plays und insgesamt 68 Yards ging es das Feld hinunter, darunter ein weiter Pass auf WR Christian Kirk für 30 Yards. Mit dem anschließenden Personal Foul von Aaron Donald, der sich ein Scharmützel mit einigen OL-Spielern leistete und dabei einem Kontrahenten mit der Hand an den Hals griff, standen die Cardinals an der 14-Yard-Linie der Rams. Den ersten Touchdown für das Team aus Arizona erzielte RB James Conner mit einem kurzen Pass von QB Kyler Murray. Die Cardinals verzichteten auf den Extrapunkt und versuchten sich an einer Two-Point-Conversion, welche auch gelang. Die Rams wollten dies nicht auf sich sitzen lassen und maschierten ihrerseits das Feld runter. Mit einem fünf Yard Run von RB Cam Akers und einem tiefen Pass für 41 Yards auf WR Van Jefferson standen die Rams ganz knapp in der Redzone von Arizona. Nach weiteren Runs von RB Cam Akers und einem Stopp für minus vier Yards von DE J.J. Watt mussten sich die Rams aber mit einem Fieldgoal zufrieden geben. Dies beendete das dritte Quarter.

Viertes Quarter:
Die Cardinals starteten das letzte Quarter mit Pässen auf WR Christian Kirk, TE Zach Ertz und RB Eno Benjamin um schnell Yards gut zu machen. Durch ein Offensive Holding und dadurch eine zehn Yard Penalty mussten die Cardinals ein Fieldgoal kicken. K Matt Prater traf aus 55 Yards. Holding Penalties waren das Thema an dem Abend, denn im Drive der Rams und einem harten 15 Yard Run von RB Cam Akers kam der Spielzug durch ein Holding Call zurück. Mehrere Pässe von QB Matthew Stafford auf Cooper Kupp brachten die Rams in der Folge bis an die 28 Yard Linie von Arizona. Da stoppte der Drive und Matt Gay erzielte ein weiteres Field Goal. Auch die Cardinals erreichten nicht mehr viel, sie hatten noch einige negative Yards und spielten den vierten Versuch aus. Dies war ein incomplete Pass auf WR Antoine Wesley. Die Rams mussten daraufhin noch einmal punten und somit endete das vierte Quarter. Endstand: 34-11 für das Team aus LA.

Was lief gut?

QB Matthew Stafford war on fire in diesem Spiel. Nach dem Motto: Nach der Achterbahnfahrt in der regulären Saison zeige ich allen was ich wirklich drauf habe. In seinem ersten Playoffspiel für die Rams schmiss Stafford drei Touchdowns. Dies sind die meisten Touchdowns in den Playoffs seit Kurt Warner als QB der Greatest Show on Turf. Außerdem hatte er mit 154,5 ein fast perfektes Passer Rating. Das ist das höchste Passer Rating eines Rams-QB in den Playoffs in Franchise History. Kurt Warners bestes Rating war 143 und Norm Van Brocklins 149,3.
Generell klickte die Offense. RB Cam Akers ist atemberaubend stark von seiner Verletzung zurück gekehrt. Er hatte 17 Carries für 55 Yards. Das sind für den Start gute 3.2 Yards pro Versuch. Damit hatte er auch die meisten Carries. RB Sony Michel hatte 13 Carries für 58 Yards und starke 4.5 Yards pro Carry. Die Offensive Line hatte ein sehr gutes Spiel, sowohl den Druck auf Matthew Stafford abzuhalten als auch Löcher für den Run zu öffnen. Immerhin kam die Offense auf 140 Rushing Yards. Auch WR Odell Beckham Junior hatte mit vier Catches und einem Touchdown einen starken Einfluss auf das Spiel. WR Cooper Kupp hatte fünf Catches für 61 Yards und ein Touchdown. TE Tyler Higbee war wieder im Blocking sehr stark und half dem guten Rungame enorm. Auch er hatte drei Catches für 46 Yards.
Das Coaching von HC Sean McVay und sein Team war super. Der Gameplan war perfekt geplant und umgesetzt. Die sonst typische Pass-Offense wurde durch mehr Runningback Plays ergänzt. McVay callte nur 17 Passplays und ganze 34 Runplays. Dadurch konnten die Cardinals keinen großen Druck auf Stafford ausüben und er hatte ein fast perfektes Spiel. Auch die zwei Challenges waren Key-Momente in dem Spiel und beide wurden gewonnen.
Die Defenseline war sehr stark. DT Aaron Donald und DT Greg Gaines hatten zusammen einen Sack, DT Marquise Copeland fing eine Interception und DE A'Shawn Robinson konnte sieben Tackles aufs Papier bringen. Die starken Runningbacks Chase Edmonds und James Connor hatten jeweils nur 28 und 19 Rushing Yards. Das Rungame der Cardinals war quasi nicht präsent. Die Linebacker dahinter konnten auch mit einem sehr guten Spiel punkten. Troy Reeder war indirekt für Longs Pick Six verantwortlich, Von Miller hatte ein Spiel mit sechs Tackles, drei Tackles for Loss und einem Sack. Auch die DBs haben einen sehr guten Job gemacht. David Long Jr. hatte einen Pick Six und auch sonst einen guten Tag. Zusammen mit Donte Deayon, Darious Williams und Jalen Ramsey, konnte die Unit 12 Tackles und zwei Pass Deflections auf den Platz bringen. Eric Weddle konnte seinen gelungenen Einstand nach zwei Jahren Football-Abstinenz feiern und Nick Scott sowie Terrell Burgess hatten die Aufgaben von den verletzten Taylor Rapp und Jordan Fuller.
Sogar die Leistung des Special Teams ist hier aufzuführen. Punt Returner Brandon Powell schafft es weiter zu überraschen, P Johnny Hekker schoss einen Punt mit Hilfe des Puntteams direkt an die 1-Yard-Linie der Cardinals und K Matt Gay verwandelte zwei von zwei Fieldgoals.

Was lief schlecht?

Eigentlich sind hier nur ein paar Penalties zu nennen, allen voran die von DT Aaron Donald. Dies war ein Personal Foul welches 15 Yard kostete, aber in diesem Spiel keinen so großen Einfluss hatte. Jedoch sollte sich ein Spieler wie Donald besser im Griff haben. Diese Aussetzer hat er öfter, ist in der Liga aber schon so lange unterwegs, dass er so etwas wissen sollte, denn bei engeren Spielen kann ein Team so ein Foul das Spiel kosten. Ansonsten gab es ein paar Holding Calls, die auch zu vermeiden wären, dies ist aber Meckern auf hohem Niveau. Bei Andrew Whitworth war es wahrscheinlich auch eher der Knieverletzung geschuldet.

Man of the Match

Da könnte man wieder einige nennen. Dieses Mal muss man aber RB Cam Akers hier aufführen. Er spielte die letzten beiden Spiele mit einer Kraft, Enthusiasmus und Explosivität, von der sich viele eine Scheibe abschneiden könnten. Und das nach einer schweren Verletzung die normalerweise das Saison-Aus bedeutet. Das erste Spiel war er noch recht limitiert aber in diesem Spiel hatte er die meisten Carries. Mal sehen, welche Rolle er im Spiel gehen die Buccaneers einnimmt.

Fazit und Ausblick

Die Rams sind auf dem richtigen Weg. Man muss jetzt nur die positive Stimmung und die Kraft mit in die nächsten Spiele nehmen, dann können die Rams jeden schlagen. Ab jetzt sind die letzten Teams, die nicht in die Playoffs gehörten raus und nun zählt jedes Yard, jedes Play und jede Penalty. Die Rams haben das Team, um bis zum Ende zu marschieren. Als nächstes warten die Tampa Bay Buccaneers, die die Rams in der regulären Saison zuhause mit 34-24 besiegt haben. Das Spiel ist jedoch ein völlig anderes, da es unter Playoffs-Bedingungen ausgetragen wird. Und auf der anderen Seite steht kein geringerer als der GOAT himself: QB Tom Brady. Die Mannschaft aus Tampa hat auch einige Verletzte auf der WR Position und RT Tristan Wirfs könnte ein herber Verlust sein, falls er nicht spielt. Trotzdem wird dies sicherlich ein spannendes Spiel mit dem hoffentlich richtigen Gewinner.