WEEK 7
25.10.26
@
Allegiant Stadium
Las Vegas,Nevada

What happens in Vegas... muss endlich besser aussehen

Als klarer Super-Bowl Favorit in die Saison gestartet, steht man nach 6 Spielen bei 2-4 und bildet damit das Schlusslicht in der NFC West. Nach der bitteren Niederlage gegen Buffalo in Overtime und der fast schon blamablen Pleite gegen die Cardinals soll nun in Las Vegas endlich die Wende gelingen. Und das trotz Kicker Roulette und einer Verletztenliste die sich fast wie ein Pro Bowl Roster liest.

Doch auch die Raiders gehen nicht gerade mit Rückenwind in die Partie. Nach einem 3-0 Start hat Las Vegas drei Spiele in Folge verloren und dabei jedes Mal mindestens 30 Punkte kassiert. Insgesamt sehen die Wettanbieter die Rams mit rund 5 Punkten als Favorit, doch was sind diese Quoten wert, wenn man trotz drittbester Offense und Defense der Liga sogar gegen die Cardinals verliert? Beide Teams brauchen diesen Sieg in diesem ersten Aufeinandertreffen dieser Mannschaften im Allegiant Stadium. Kickoff ist am Sonntag um 4:25 pm ET, also dank Zeitumstellung bei uns in Deutschland um 21:25 Uhr.

Über die Raiders

Division: AFC West
Record: 3-3
Standing: 3rd
Headcoach: Klint Kubiak
Key Players: QB Kirk Cousins, TE Brock Bowers, RB Ashton Jeanty, WR Tre Tucker, DE Maxx Crosby

Offense

Der Saisonstart der Raiders war für viele Fans eine echte Überraschung, der neu verpflichtete Head Coach Klint Kubiak führte sein Team zu drei Siegen in Folge. Anschließend folgten jedoch Niederlagen gegen die Chiefs, Patriots und Bills. Der Spielmacher hinter diesem Saisonstart ist QB Kirk Cousins, der nach Woche 4 mit seinen 11 Touchdownpässen die Liga gemeinsam anführte. Gegen die Bills hätte er mit 17 Punkten im letzten Viertel sein Team sogar fast noch in die Overtime geführt. Hinter ihm wartet der First Overall Pick Fernando Mendoza auf seine Chance sich zu beweisen, bei der 17-45 Niederlage gegen New England durfte er in Garbage Time das erste Mal NFL-Luft schnuppern. Laut Kubiak bleibt aber Cousins weiterhin QB1 der Raiders.

Im Passspiel setzt Cousins vor allem auf seine beiden Tight Ends sowie auf WR Tre Tucker. Letzterer bringt viel Explosivität ins Raiders-Passspiel. Er kann ein Spiel mit wenigen Targets entscheidend beeinflussen, ist aber nicht der klassische Volume Reciever.
Nach einer Meniskusverletzung musste Star-TE Brock Bowers die ersten beiden Wochen aussetzen, zusammen mit seinem Kollegen Michael Mayer führt er nun aber die Raiders in Receptions an. Damit hat HC Klint Kubiak gleich zwei Tight Ends, die für jede Defense ein Problem darstellen können.

Was bisher kaum ein Problem für Defenses darstellt, ist das Laufspiel der Raiders, mit nur 79,2 Rushing Yards pro Spiel belegt man in der NFL den 30. Platz und konnte bisher nur drei Touchdowns am Boden erzielen. RB Ashton Jeanty, 6th Overall Pick im Draft 2025, kämpft seit dem Training Camp mit einer Knöchelverletzung, gegen die Bills erlief er bei 10 Carries nur 22 Yards. Seit seinem 102-Yards Spiel in Woche 1 hat er in keinem Spiel mehr als 58 Yards erlaufen.

Defense

Die Defense der Raiders ist Licht und Schatten. Einerseits führen sie mit 11 Forced Fumbles die Liga an, andererseits lassen sie 371 Yards und 27 Punkte pro Spiel zu. Gegen die Patriots spielte Drake Maye sie mit seinen 5 TD-Pässen an die Wand, gegen die Bills ließ man RB James Cook nicht nur 95 Yards erlaufen, sondern auch 58 Yards über ihn durch die Luft zu.
Die Front Seven wird von Edge Rusher Maxx Crosby angeführt, der nach seiner Meniskus-OP in der Offseason und monatelanger Reha rechtzeitig zum Saisonstart wieder auf dem Feld stand, bisher aber noch nicht wieder zu seiner alten Form gefunden hat.
Das größte Sorgenkind ist jedoch wahrscheinlich die Secondary. Nach einem relativ guten Start in die Saison geriet die junge Unit zuletzt immer mehr in die Kritik und es gibt bereits Forderungen nach einem Trade vor der Deadline.

Wichtige Matchups

Rams Passing Offense vs Raiders Secondary
Durch den Ausfall von Davante Adams, der bisher mit 480 Yards der Receiving Leader der Rams war, ruht die größte Last im Passing Game nun auf Puka Nacua und Tyler Higbee. Die Raiders Defense lässt 7,9 Yards pro Passversuch zu und es gelang Tight Ends bereits 6 mal der Weg mit dem Ball in die Endzone. Es ist davon auszugehen, dass wir wieder vermehrt 12 und 13 Personnel sehen werden und vielleicht kann Higbee nach seinem Fumble gegen Arizona wieder etwas besser ins Spiel finden.

Rams D-Line vs Raiders O-Line
Die D-Line der Rams ist kaum wiederzuerkennen. Myles Garrett bleibt weiterhin auf IR, Poona Ford fällt den Rest der Saison aus, Kobie Turner mindestens vier Wochen. Byron Young und Braden Fiske müssen nun an der Seite von Aaron Donald deutlich mehr Verantwortung übernehmen, will man gegen die Raiders ähnliche Zahlen aufs Board bringen, wie es die Patriots geschafft haben. In dem Spiel war Kirk Cousins bei 12 von 31 Dropbacks unter Druck und wurde vier mal gesackt. Den Bills gelang es dagegen kein einziges Mal Kirk Cousins zu sacken.

Rams Run Game vs Raiders Run Defense
Gegen die Defense der Raiders sollte es für unsere RBs Kyren Williams und Blake Corum ziemlich viel Raum geben. Mit 134,3 erlaubten Rushing Yards pro Spiel liegt Las Vegas auf Platz 28 der Liga, gegen die Chiefs ließen sie sogar 189 Yards bei über 7 Yards pro Carry zu. Wenn Williams und Corum es schaffen diese Schwäche auszunutzen, könnte das Stafford etwas mehr Luft verschaffen und die Rams Offense insgesamt endlich mal wieder einen Rhythmus erlangen.

Injury Report

Fazit

Auf dem Papier sind die Rams klarer Favorit. Sie sind nach Woche 6 sowohl in Total Offense als auch in Total Defense auf Platz Drei der Liga, die Wettanbieter sehen sie mit 5 Punkten vorn und die Raiders haben in jedem ihrer letzten drei Spiele mindestens 30 Punkte zugelassen. Doch so ähnlich sah es auch vor dem Spiel gegen die Cardinals aus und diese Saison hat uns schon mehr als einmal gezeigt, wie wenig diese Papierform wert ist.
Fehler im Playcalling, individuelle Fehler der Spieler, Turnover, die Liste der Probleme bei den Rams ist lang. Und mit den Raiders kommt nun ausgerechnet das Team, das die Liga in forced Fumbles anführt.
Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass wir in den bisherigen Spielen viel Pech hatten. Es gab in mehr als einem Spiel kontroverse Entscheidungen der Referees, was die gemachten Fehler der Rams keinesfalls entschuldigt, jede Niederlage war verdient. Doch man hätte bei minimal anderen Spielverläufen (und einem konstanteren Kicker) auch gut und gerne mit 4-2 oder besser dastehen können. Auch wenn man als Rams Fan aktuell verzweifeln könnte, dieses Team hat alles in sich, was es zum Gewinnen braucht. Deshalb mein Take: Die Rams gewinnen mit drei Punkten Vorsprung und McManus kickt das entscheidende Field Goal.